Aktuelles

Podiumsdiskussion zur Citybahn war ein voller Erfolg!

Das Thema Citybahn bewegt: Über 120 Bürger, sowie Reporter von FAZ und Wiesbadener Kurier sind zu der gemeinsamen Veranstaltung von FDP und SPD gekommen.

OV-Taunusstein 1.2.2018 -

Mit über 120 Bürgern war die Podiumsdiskussion zur Citybahn in der Silberbachhalle sehr gut besucht.
Nachdem Landrat Frank Kilian die Anwesenden über den aktuellen Stand des Projekts informierte und ihnen die wichtigsten Fakten mitteilte, hielt Verkehrsexperte Slavco Simic einen Vortrag über die Mobilität der Zukunft.


Kern des Vortrages waren autonom fahrende Robotertaxis, die den Nutzer auf Anforderung und zu jeder Uhrzeit von Haustür zu Haustür befördern können – und das zu Kosten, die weit unterhalb des bisher möglichen liegen.
Zu Beginn des Vortrages hielten die meisten Besucher dies für eine weit entfernte Vision. Dies änderte sich schnell, als Simic auf zahlreiche Pilotprojekte in Deutschland verwies, die bereits im öffentlichen Verkehrsraum stattfinden. Noch weiter verbreitet ist diese Art der Mobilität aber in den USA: In mehreren Städten haben Robotaxis hier bereits das Versuchsstadium verlassen und schon Tausende Fahrgäste befördert. Alleine das Taxiunternehmen Uber hat letztes Jahr 24.000 neue Robotaxis geordert.


Bei der anschließenden, durch TV Moderatorin Dorette Segschneider moderierten Podiumsdiskussion bemängelte Stefan Müller (FDP) vor allem die hohen jährlichen Unterhaltskosten von 10 Millionen Euro. Er hob auch hervor, dass eine große Anfrage ergab, dass die Citybahn für die Strecke Hahn – Wiesbaden HBF länger brauchen soll, als die bisherige Busverbindung. Hinzu käme, dass sich die Taktzeiten wesentlich verschlechtern, da die Verbindung nach Wiesbaden nur eingleisig ausgeführt werden soll.


Marius Weiß (SPD) entgegnete daraufhin, dass er dem Projekt Citybahn nicht zustimmen sollte, falls sich die Verkehrsanbindung für die Bürger tatsächlich verschlechtert. Gemeinsam mit Klaus-Peter Güttler (SPD) hob er den guten Nutzen-Kosten-Faktor von 1,5 sowie den hohen Zuschuss von Bund und Land zu den Baukosten hervor. Da der bisherige Busverkehr oft im Stau stecken bleibt und in der Zukunft mit einem Bevölkerungswachstum zu rechnen ist, sei die Citybahn der geeignete Weg, um große Menschenmengen staufrei nach Wiesbaden oder Mainz zu befördern. Die von Simic vorgestellte autonome Mobilität könne diese Probleme nicht lösen, da Robotaxis genauso wie andere Autos im Stau stehen würden und zudem Zukunftsmusik sind.


Verkehrsexperte Slavoc Simic entgegnete, dass die großen Automobilhersteller und viele ÖPNV Gesellschaften davon ausgehen, dass entsprechende Robotaxis schon 2030 flächendeckend im Einsatz sein werden und in der Zwischenzeit Übergangstechnologien im Einsatz sein werden.
Da die Citybahn wahrscheinlich erst in 10 Jahren in Betrieb genommen wird und auf 30 Jahre Betriebszeit ausgelegt ist, besteht die Gefahr, dass sie schon kurz nach ihrer Eröffnung nicht mehr genutzt wird. Wer läuft schon von zu Hause zur Bushaltestelle, fährt von dort mit dem Bus zur Citybahnhaltestelle, steigt in die Citybahn, um dann in Wiesbaden wieder in den Bus zu steigen und zum Ziel zu laufen, wenn er sich auch bequem und günstig an der Haustür abholen lassen kann – und das noch zu jeder Uhrzeit und nicht alle 30 Minuten?


Das die Robotaxis im Stau stehen werden, weist Simic ebenfalls zurück: In den USA hat sich gezeigt,dass durchschnittlich 4-5 Personen in einem Robotaxi sitzen und nicht wie heute 1-2 Personen in einem Auto. Der Verkehr wird dadurch eine große Entlastung erfahren, außerdem können auch autonome Busse, die 40 oder mehr Personen fassen in das Verkehrskonzept eingebunden werden.

 

Kommentar schreiben

Kommentare